Derzeit keine.

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Campus Management als wichtiger Baustein von Qualitätsmanagement-Systemen
Jörg Skorupinski, Centrum für Hochschulentwicklung (CHE)

 

Die Situation an Deutschen Hochschulen ist derzeit oft noch die, dass die Entwicklung eines Qualitätsmanagement-Systems über längere Zeit unabhängig von den Überlegungen zur Einführung von Campus Management vorangetrieben wird und beide Projekte – wenn überhaupt – erst verhältnismäßig spät zusammengeführt werden. Auch erfahren beide Projekte unterschiedliche Aufmerksamkeit seitens der Hochschulleitungen. Während die Initiative zu Qualitätsmanagement typischerweise aus den Hochschulleitungen selbst heraus erfolgt, wird der Nutzen eines Campus Management Systems in der Regel zuallererst von IT-Fachleuten erkannt und demzufolge vornehmlich IT-lastig begründet. Aus dieser Konstellation erwachsen weitere Hemmnisse für einen positiven Fortgang in beiden Projekten. Es zeigt sich, dass ein überwiegend IT-getriebener Ansatz zur Einführung von Campus Management selten zielführend ist, da sich der relativ hohe Implementierungsaufwand ohne Darstellung der positiven Ausstrahlung von Campus Management auf die Kern- und Supportprozesse von Studium und Lehre gegenüber der Hochschulleitung kaum plausibilisieren lässt. Demgegenüber gestaltet sich die Implementierung eines Qualitätsmanagement-Systems ohne automatisierte Routinen des Campus Managements ungleich aufwändiger.

Dieser Beitrag reflektiert Campus Management als einen wichtigen Baustein von Qualitätsmanagement-Systemen und plädiert für eine frühzeitige Verzahnung beider Projekte.

 

Prozessorientiertes Qualitätsmanagement der Verwaltung der TU Braunschweig

Martin Mahnkopf, Assistent des Hauptamtlichen Vizepräsidenten der TU Braunschweig

 

Am Beispiel des Aufbaus des „Prozessorientiertes Qualitätsmanagment“ innerhalb der Verwaltung der TU Braunschweig, wird das Verfahren der Geschäftsprozessanalyse- und optimierung (GPO) vorgestellt. Es wird auf die Projektphasen, Ziele und Nutzen eingegangen. Aufgrund des fortgeschrittenen Projektverlaufs können erste praktische Umsetzungsmaßnahmen und auch Anforderungen an die IT präsentiert werden.

 

“ITIL“ und die Qualität von IT Dienstleistungen

Prof. Dr. Andreas Breiter, Uni Bremen

 

Die Qualität von IT-Dienstleistungen spielt eine entscheidende Rolle bei der Verabredung von Supportangeboten mit "Kunden" und bei der Bestimmung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses. Aber was ist Qualität? Wie lässt sich Qualität von IT-Dienstleistungen definieren, messen und kontinuierlich überprüfen, dadurch sichern und verbessern? Bereits in den 1980er Jahren wurde die IT Infrastructure Library (ITIL) für britische Großbehörden auf Basis praktischer Erfahrungen entwickelt.

Darin sind u.a. generische Serviceprozesse und ihre Input-/ Outputbeziehungen beschrieben. Bereits damals spielten Qualitätskriterien eine Rolle, die nicht nur in der jüngst veröffentlichten Version 3 elaboriert, sondern auch an andere Qualitätsrahmen wie der ISO 9000 oder ISO 27001 angebunden wurden. Der Vortrag stellt ITIL Qualitätskriterien für ausgewählte Prozesse des IT Service Management vor und diskutiert Ansätze für eine Übertragung auf die besondere Situation der Hochschulen.

 

"Uniweiter Kalender auf der Basis von Google Applications"

Dr. Wolfgang Riedel, TU Chemnitz

 

Schon seit längerer Zeit bestand an der TU Chemnitz die Notwendigkeit, eine zentrale Groupware-Lösung einzuführen. Basierend auf einem detaillierten Anforderungskatalog (funktionelle und technisch/administrative Anforderungen) wurden über einen längeren Zeitraum eine Reihe von Produkten analysiert und getestet. Die Entscheidung fiel letztlich zugunsten von "Google Applications", einer dem 'cloud computing' angelehnten Konzept.

Im Vortrag werden die Beweggründe für diese Entscheidung, der aktuelle Stand des Einsatzes als campusweite Kalenderlösung an der TU Chemnitz und die derzeitigen Arbeiten zur Erschließung weiterer Groupware-Funktionalitäten dargestellt.

 

Der Nutzer im Fokus des Angreifers - und was man dagegen tun kann

Dr. Klaus-Peter Kossakowski, DFN-CERT, Dr. Marcus Pattloch, DFN

 

Standen in früheren Jahren zumeist zentrale Rechner und damit System-Administratoren im Fokus von Angreifern, so hat sich in letzter Zeit ein neuer Trend etabliert: Die (End)Nutzer selber sind zum Angriffsziel geworden. Auch im DFN wird diese Entwicklung beobachtet. Neue Angriffstechniken wie "Spear-Fishing" oder Angriffe auf Web-Anwendungen nehmen stark zu. Aber genauso wie man sich als System-Administrator auf vielfältige Weise schützen kann, gibt es auch für Nutzer Möglichkeiten, um Angriffe abzuwehren.

 

VirtualBox im weltweiten Einsatz im Auswärtigen Amt

Torsten Werner, Auswärtiges Amt

 

Am Beispiel des praktischen Einsatzes im Auswärtigen Amts wird die Virtualisierungssoftware VirtualBox mit Ihren Features vorgestellt. Einerseits ist es ein hervorragendes Werkzeug, um Migrationen nach Linux auf dem Desktop zu unterstützen und dabei Altanwendungen weiter einsetzen zu können.

Vorgestellt werden aber auch verschiedene Sicherheitsfunktionen wie nichtpersistente Dateisysteme und Netzwerkbeschränkungen, mit denen sich ein unsicheres Gastsystem besser kontrollieren lässt, welches Gefahren durch gezielte Angriffe aus dem Internet - die sogenannten "chinesischen Trojaner" - reduziert.

 

Konsolidierung aller Identititäten an einer Stelle - Ziel und Weg

Franz Josef Jochem, Ingrid Duda, Uni Mannheim

 

In der einen oder anderen Form sind viele Daten zu sich berschneidenden Personenkreisen in verschiedenen Informationssystemen einer Hochschule gespeichert. Mit der Einf hrung der Chipkarten mit einer Reihe von Funktionalitäten ist an der Universität Mannheim die Notwendigkeit entstanden, die Daten aus verschiedenen Systemen zusammenzubringen. Das war der erste Schritt zu einem zentralen System, das alle Personen kennt.

Durch die Umstellung des zentralen Informationssystems ergibt sich erneut eine Gelegenheit mit den Erfahrungen, die bis jetzt gemacht wurden, die Prozesse zu durchleuchten und zu verbessern. Im Rahmen dieses Vortrags wird das Vorgehen bei der Einführung des zentralen Identitymanagementsystems an der Universität Mannheim, die dabei entstandenen Probleme und deren Lösungen - soweit vorhanden - vorgestellt.

 

DFN-AAI in der Praxis

Ulrich Kähler, DFN-Verein

 

Die deutsche Föderation DFN-AAI, getragen vom Deutschen Forschungsnetz e.V. wird mit ihren Leistungen und Angeboten vorgestellt. Die DFN-AAI bietet ihre Dienste für den Bibliotheksbereich, für E-learning-Anwendungen, Software-Verteilung, etc. an und koordiniert die technischen und organisatorischen Fragen zum Angebot von lizenzpflichtigen Diensten in Hochschulen. Im Vortrag werden auch Neuigkeiten zu Voraussetzungen für die Teilnahme an der DFN-AAI sowie der Stand des Ausbaus und die Aktivitäten für die nähere Zukunft dargestellt.

 

Die Zertifizierungsstelle der Hochschule Landshut in der DFN-Zertifizierungshierarchie

Prof. Dr. Peter Hartmann, Hochschule Landshut

 

Seit dem Jahr 2002 betreibt die Hochschule Landshut eine eigene Zertifizierungsstelle für Studentenzertifikate. Zunächst war es mit Hilfe dieser Zertifikate den Studierenden lediglich möglich durch eine SSL-Client-Authentifizierung die aktuellen Prüfungsnoten von einem Hochschulserver abzufragen. Die Zertifizierungsstelle wurde in den folgenden Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und die Prozesse so verbessert, dass auch die Erstellung großer Zertifikatsanzahlen möglich wurde. Die deutliche Verbesserung des Ablaufs bei der Zertifikatsausstellung ermutigte die Hochschulleitung dazu, die Nutzung der Zertifikate für Onlinedienste der Fachhochschule auszuweiten. Dabei wurde zum Wintersemester 2006 erstmals die Verwendung von Zertifikaten für alle Studierenden der Fachhochschule (etwa 2800) verpflichtend.

Schon von Anfang an hat sich die Zertifizierungsstelle der Hochschule Landshut in die Hierarchie der DFN-PCA gestellt. Im Rahmen einer Rezertifizierung der Landshuter CA beim DFN haben wir die Zusammenarbeit mit dem DFN neu organisiert. Die FH Landshut CA wurde der erste große Anwender in der Hierarchie der DFN-Global CA. Dies erforderte eine komplette Neuentwicklung an der Hochschule, insbesondere wurde die Trennung von Registrierungsstelle (in Landshut) und Zertifizierungsstelle (beim DFN) realisiert. Im Rahmen des Projekts haben Mitarbeiter von DFN und Hochschule Landshut eine leistungsfähige Soap-Schnittstelle zur Kommunikation zwischen RA und CA entwickelt, über welche Zertifikatsanträge und Zertifikate sehr schnell auch in großen Anzahlen verarbeitet werden können.

Zu Semesterbeginn 2007 wurde die neue Registrierungsstelle in Betrieb genommen werden. Seitdem werden alle Mitarbeiter und Studierenden der Hochschule mit Zertifikaten in der DFN Global Hierarchie versorgt. Auch an der weiteren Entwicklung und dem Test der Client Komponenten für die DFN Zertifizierungsstellen arbeitet die Hochschule Landshut mit.

 

Rechtliche Aspekte sozialer Netze

Verena Steigert, Johannes Franck
Forschungsstelle Recht im DFN-Verein

 

Soziale Netze wie Facebook, StudiVZ, XING oder Twitter werden immer beliebter. Vor allem junge Leute nutzen diese Plattformen zunehmend um persönliche Informationen mit anderen zu teilen. Doch soziale Netze stellen nicht nur eine neue Form der Kommunikation dar, sie werfen auch eine Vielzahl an Rechtsfragen auf: Wie geht der Netzwerk-Betreiber mit meinen persönlichen Daten um? Darf ich Bilder in meinem Account hochladen, wenn an diesen eventuell Rechte Dritter bestehen? Ist es meinem potenziellen Arbeitgeber gestattet, sich anhand meines Nutzerprofils in einem sozialen Netzwerk vor der Einstellung über mich zu informieren? Die Nutzer sozialer Netze scheinen solchen Fragen oftmals nur wenig Beachtung zu schenken. Umso wichtiger ist es, sie für diese und andere Themen zu sensibilisieren.

 

Typische Risiken und Probleme des Softwareeinsatzes. Was kann Lizenzmanagement tun?

Norman Müller, Rechtsanwalt
Rechtsanwälte Wendler Tremml, Berlin

 

Universitäten sind im Vergleich zu Wirtschaft und Verwaltung in einer vergleichsweise beneidenswerten Lage: Fast alle großen Softwarehersteller bieten Lizenzen für Forschung und Lehre an. Academic-, Education- und ähnliche Programme ermöglichen die günstige Beschaffung von Lizenzen, Pflegeleistungen und weiteren Services.

Gleichwohl ist der Softwareeinsatz nicht risikolos. Die Lizenzbedingungen enthalten oft Restriktionen, deren Nichtbeachtung erhebliche finanzielle Folgen für die Universitäten haben kann. Beispielhaft sie hier die Nutzung durch die Universitätsverwaltung und durch drittmittelfinanzierte Einrichtungen genannt. Daneben stellen sich bei jedem Softwareeinsatz immer wieder die gleichen Fragen, z.B.: Können OEM Lizenzen oder Lizenzen aus Volumenlizenzprogrammen übertragen werden? Unter welchen Voraussetzungen ist der Erwerb von Gebrauchtsoftware rechtssicher möglich? Welche Anforderungen sind an ein ordnungsgemäßes Lizenzmanagement zu stellen, um Unter- oder sonstige Fehllizenzierungen zu vermeiden und auch ein Audit durch den Softwarehersteller zu „überstehen“?

 

DFNFernsprechen – Neue Möglichkeiten für mobile Nutzung

Ulrich Kähler, DFN-Verein

 

Der Dienst DFN-Fernsprechen für die Festnetztelefonie und der DFN-Rahmenvertrag für Mobilfunk werden künftig vertraglich enger zusammengeführt.

Das Umschalten des Diensttelefons am Arbeitsplatz auf das persönliche Handy und damit das Weiterleiten von Anrufen bei Rufbereitschaft oder bei Abwesenheit durch Dienstreisen ist ein häufig geäußerter Wunsch von Mitarbeitern im Wissenschaftsbereich. In der Vergangenheit war dies jedoch mit erheblichen Kosten für die Weiterleitung der Gespräche in das Mobilfunknetz verbunden und wurde deshalb selten genutzt. Teilnehmer können jetzt entgeltfrei in und zwischen beiden Netzen – dem Festnetz und dem Mobilfunknetz – telefonieren, ohne dass ihnen hierdurch zusätzliche Kosten entstehen.

Durch die Installation von VoIP-Clienten auf Smartphones ist es möglich, mobile Endgeräte an eine lokal vorhandene VoIP-Telefonanlage anzuschließen. Voraussetzung hierfür ist, dass das Smartphone einen Zugang zum Internet und damit zum Wissenschaftsnetz hat. Dies kann durch Nutzung von UMTS oder W-LAN-Hotspots erfolgen. Auch hierfür bietet der DFN-Verein spezielle Tarife an.

Besonders interessant für Wissenschaftler, die sich im Ausland befinden, ist die Nutzung des Dienstes „eduroam“. In sehr vielen in- und ausländischen Forschungseinrichtungen bestehen entgeltfreie Zugangsmöglichkeiten zu den Wissenschaftsnetzen über „eduroam“ (siehe: http://www.eduroam.org). Damit ist das entgeltfreie Telefonieren in die Heimateinrichtung und deutschlandweit zu Ortsnetzbedingungen möglich.

 

Aktuelle Gesetze und Rechtsprechung

Hannes Obex, DFN-Forschungsstelle Recht

 

Die Hochschulen und ihre Rechenzentren sehen sich in ihrer Stellung als IT-Diensteanbieter einer großen Zahl gesetzlicher Regelungen gegenüber. Diese unterlagen in letzter Zeit einem stetigen Wandel, der z.T. auch durch EU-Richtlinien bedingt ist (z.B. die sogenannte „Enforcement-Richtlinie“ zur Durchsetzung der Rechte des Geistigen Eigentums). Auch gibt es aktuelle Änderungsbestrebungen, etwa mit Blick auf das Telemediengesetz.

Viele dieser Gesetze sind in ihren Formulierungen sehr allgemein gehalten, sodass eine stetige Konkretisierung der Vorschriften durch die Gerichte erfolgen muss, ohne die eine wirksame Anwendung der Vorschriften nicht möglich wäre.

In dem Vortrag wird eine Auswahl der für IT- Diensteanbieter wichtigsten Vorschriften und Änderungen vorgestellt, zusammen mit den relevanten Gerichtsentscheidungen. Es soll zudem ein kurzer Ausblick auf zukünftige Änderungsvorhaben gegeben werden.

 

Urheberrecht und seine Auswirkungen für die Hochschul-IT

Dr. Wolf-Dieter Sepp, Universität Kassel

 

Das Urheberechtsgesetz (UrhG) von 1965 wurde erstmals 2003 an die neuen Möglichkeiten des World Wide Web (WWW) angepasst, insbesondere wurde das Verwertungsrecht der „öffentlichen Zugänglichmachung“ und die zugehörigen Schrankenbestimmungen geschaffen sowie Regelungen für das Digital Right Management eingeführt. Da man insbesondere im Bereich Bildung und Wissenschaft nicht umfassende und befriedigende Lösungen erreichte, wurde in einem zweiten Anlauf (sog. zweiter Korb) 2008 das UrhG novelliert. Auch diese heute gültige Fassung ist noch umstritten, ein dritter Korb ist in Vorbereitung.

Im Hochschulbereich wurden im gleichen Zeitraum vielfältige Nutzungsmöglichkeiten des WWW für Forschung, Lehre und Verwaltung entwickelt und auch eingesetzt, wie z.B. zur Literaturversorgung oder für E-Learning. Dies geschah oft ohne Kenntnis des Urheberrechts, insbesondere im Bereich Forschung und Lehre. Freies Kopieren und Weitergeben wissenschaftlicher Texte und Ideen waren selbsverständliche wissenschaftliche Praxis und wurden auf die Nutzung des Internets übertragen. Die neuen Schranken des UrhGs sind jedoch für digitale Inhalte sehr restriktiv, sodass nachträgliche Anpassungen notwendig wurden bzw. noch werden.

Im Vortrag werden diese Probleme aus der Sicht von Forschung und Lehre diskutiert. Zunächst wird ein Überblick über den Aufbau des UrhG gegeben. Anschließend werden die für die Hochschule wichtigsten Regelungen vorgestellt und ihre Auswirkungen auf Forschung und Lehre besprochen.

 

Ein Personalisiertes Portal an der HU

Katrin Lányi, HU Berlin

 

An der Humboldt-Universität entsteht derzeit ein Portal auf der Basis der frei verfügbaren Software Liferay. Es soll dazu dienen, zunächst Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, später auch Studierenden, eine Desktop-ähnliche Oberfläche zur Verfügung zu stellen, auf der Daten aus verschiedensten Applikationen nach eigenen fachlichen Bedürfnissen und eigenem visuellem Geschmack angeordnet werden können.

Die Idee des Portals kommt dabei von zentraler wie dezentraler Stelle gleichermaßen. Während die Universitätsleitung wünscht, Informationen zum Universitätsgeschehen an die Universitätsangehörigen durchzureichen, ist es für den Einzelnen attraktiv, alle ihn selbst oder seine Community interessierenden Informationen gebündelt im Blick zu haben.

Wenn zukünftige Anwender die bereits an das Corporate Design der Universität angepasste Oberfläche erstmalig gezeigt bekommen, sind sie in der Regel begeistert von der Idee einer solchen (Single Point of Contact-)Plattform. Wie die Erfahrung anderer Universitäten gezeigt hat, genügt dies allerdings nicht zur regelmäßigen Nutzung. Hier ist es zwingend erforderlich, einen Mehrwert gegenüber den Einzellösungen zu schaffen. Der besteht natürlich zum einen im Single Sign On, zum anderen in zusätzlichen Softwarelösungen, die ausschließlich über das Portal angeboten werden.

 

Inflation der Portale - Was braucht der Alumni-Manager wirklich?

Stefan Fröhner, alumni-clubs.net

 

Eine funktionierende Mitgliederverwaltung ist das Herzstück jeder Alumni-Arbeit. Portale sind dabei die Mittel der Wahl. Es gibt Portale für viele Zwecke - Content-Management, Communities, Customer-Relationsship-Management und viele mehr. Aber welche Funktionen sind für die Alumni-Arbeit erforderlich und wie können diese Funktionen realisiert werden? Der Vortrag beleuchtet wichtige Aspekte für die Realisierung von erfolgreichen Alumni-Portalen.

 

"Sag's uns" - eine Plattform für Ideen und Problem in Studium und Lehre an der TU Braunschweig

Susanne Robra-Bissantz, TU Braunschweig

 

Beschwerden von Studierenden aufzufangen ist ein wichtiger Ansatz, um die Qualität in Studium und Lehre zu steigern. Jedoch führt ein Konzept, das aktiv Beschwerden von Studierenden einfordert, häufig allein zu einer Steigerung der formulierten studentischen Probleme, ohne nachhaltig zu deren Lösung beizutragen. "Sag's uns" basiert auf dem Grundgedanken, dass ein Problem, positiv gesehen, die Keimzelle für eine gute Idee ist. Um diese gemeinsam heraus zu arbeiten, basiert "Sag's uns" auf einer Web-2.0-Plattform. Hier finden sich Studierende mit ähnlichen Problemen zur Diskussion mit Hochschulvertretern.

Gemeinsam mit der Geschäftsstelle des Präsidiums wird der gesamte Weg von einer ersten Anregung bis zur Umsetzung der neuen Idee beschritten. Eine derart offene Kommunikation motiviert den Studierenden aktiv am Universitätsleben zu partizipieren. Natürlich geht das nicht ohne Schwierigkeiten, denn nicht jedes Problem kann völlig offen diskutiert werden, manchmal trifft nicht jeder den richtigen Ton und nicht für alles gibt es eine einfache gute Lösung.

"Sag's uns" basiert daher auf einem detaillierten Konzept aus Berechtigungen, Moderation und durchgehender Betreuung. Das Ziel der TU Braunschweig ist es, mit "Sag's uns" gemeinsam zu lernen, wie studentische Anregungen nachhaltig berücksichtigt, diskutiert und schrittweise umgesetzt werden können.

 

Ressourcenverwaltung: Budget statt Haushalt

Uwe Blotevogel, Uni Duisburg-Essen

 

Neben dem Bologna-Prozess mit flächendeckender Einführung von Bachelor- Masterstudiengängen ging in deutschen Exzellenzinitiativen auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine Entwicklung an deutschen Universitäten in Richtung einer unternehmensgeführten Ausrichtung der Finanzprozesse in den Universitäten einher.

Darin sind u.a. generische Serviceprozesse und ihre Input-/ Outputbeziehungen beschrieben. Bereits damals spielten Qualitätskriterien eine Rolle, die nicht nur in der jüngst veröffentlichten Version 3 elaboriert, sondern auch an andere Qualitätsrahmen wie der ISO 9000 oder ISO 27001 angebunden wurden. Der Vortrag stellt ITIL Qualitätskriterien für ausgewählte Prozesse des IT Service Management vor und diskutiert Ansätze für eine Übertragung auf die besondere Situation der Hochschulen.

Der Vortrag soll die Anforderungen an moderne ERP-Systeme von Hochschulen beleuchten und zeigen welche Schwierigkeiten und Herausforderungen an die Universitäten und Ihre Softwareproduzenten damit verbunden sind.

Der Wandel von der kameralen jährlichen Buchungsform zu einer kaufmännischen Buchführung mit Bilanzen fordert die IT-Systeme und die Entwickler. Eine an die integrierten Prozesse der Hochschulen angepasste Softwaregeneration ist im entstehen.
Der Einsatz neuer Softwaresystem zur Personalbudgetplanung ermöglicht eine über mehrere Jahre gehenden Hochrechnung und somit Planungsmöglichkeit.
Führungsgremien von Hochschulen (Hochschulräte) erwarten von der administrativen Leitung der Hochschule Bilanzen um vergleichbar mit einem Wirtschaftsunternehmen die Universität zu steuern. Diese Systeme müssen in Hochschulen neu eingeführt und auf spezielle Belange konfiguriert werden.

Profilierte Firmen wie SAP und die HIS entwickeln eigene neue Lösungen. Neue Anbieter wie Datenlotsen aus Hamburg kommen mit starken Partnern wie IBM auf den Markt.

Die Universität Duisburg Essen ist einer der Pilotpartner der HIS-GmbH bei der Entwicklung einer neuen Softwaregeneration HISinOne, die die Aufgabenstellungen an eine kaufmännische Buchführung mit der Erstellung von Anlagenbuchhaltung, Budgetierung und Abschlussbilanzen auf Basis einer Open-Source Lösung umsetzt.

Die Roadmap sieht die Implementierung dieser Software bereits 2011 an der UDE vor.

 

Flexible und adaptive prozessorientierte Informationssysteme: Herausforderungen und Lösungen

Prof. Dr. Peter Dadam, Institut für Datenbanken und Informationssysteme, Universität Ulm

 

Viele Unternehmen, aber auch öffentliche Einrichtungen sind heute mit dem Problem konfrontiert, sich immer rascher auf neue Gegebenheiten einstellen zu müssen. Seien dies nun Unternehmen, die schnell auf Änderungen in den Märkten, bei gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie bei Entwicklungs- und Herstellprozessen reagieren müssen, oder Krankenhäuser, die der medizinische Fortschritt, aber auch die ständigen Änderungen im Rahmen der Gesundheitsreform zu Änderungen in den internen Abläufen zwingen, oder Universitäten und Fachhochschulen, wo ständige Änderungen in der Studien- und Prüfungsorganisation inzwischen schon der Normalfall sind.

Die bisherige manuelle Handhabung von Prozessen stößt an Grenzen, wenn sich diese ständig ändern, und zwar insbesondere dann, wenn viele verschiedene Arten und Versionen von Prozessen nebeneinander existieren und bedient werden müssen (wie etwa verschiedene Versionen einer Prüfungsordnung). Erfahrungsgemäß führt dies sehr rasch zu einem deutlichen Anstieg von Fehlern aller Art. Es bietet sich daher an, Prozess-Management-Systeme einzusetzen, um diese Probleme besser meistern zu können.

Wenn die heutigen Prozess-Management-Systeme jedoch auch in sich rasch ändernden Anwendungsbereichen einsetzbar sein sollen, dann müssen sie hinsichtlich ihrer technologischen Fähigkeiten ganz erheblich verbessert werden. Insbesondere muss es in dynamischen Umgebungen möglich sein

  • rasch neue Prozesse zu implementieren und zum Einsatz zu bringen
  • ad-hoc-Änderungen zur Laufzeit auf Ebene einzelner Prozessinstanzen durchzuführen
    (z. B. Einfügen, Löschen oder Verschieben von Prozessschritten)
  • eine Prozess-Schema-Evolution mit Instanzmigration durchzuführen, also das Prozess-Schema zu verändern und bereits laufendende Instanzen des alten Typs an das neue Schema anzupassen

Natürlich müssen alle diese Anforderungen so erfüllt werden, dass die Konsistenz der Prozesse sowie die Robustheit des prozessorientierten Informationssystems stets gewährleistet bleibt.

Im Vortrag wird gezeigt werden, wie diese Herausforderungen im ADEPT2- bzw. AristaFlow-Prozess-Management-System adressiert wurden. Die ADEPT-Technologie markiert derzeit die Spitze des technologischen Fortschritts in diesem Bereich.

     aktualisiert am: 24.04.2018 |