Online-Dienste übers
Internet - sicher ohne Chipkarte
Dr. Martin Wind
Universität Bremen Technologie-Zentrum Informatik, Bereich Software-Ergonomie
und Informationsmanagement
Bibliothekstraße 1, 28359 Bremen, Tel.: (0421) 218-4852, wind@tzi.de
Vortragsfolien
(*.ppt/335 kb)
Viele Kontakte zwischen
Hochschulverwaltung und Studierenden können elektronisch
abgewickelt werden. Das Spektrum denkbarer
Selbstbedienungsangebote reicht vom Online-Formular für
Zulassung oder Immatrikulation über die Anmeldung zu Prüfungen,
den Selbstausdruck benötigter Bescheinigungen bis hin zur
Online-Exmatrikulation am Ende eines hoffentlich erfolgreichen
Studiums. Ein solcher Service bietet für beide beteiligte
Seiten Vorteile: Die Studierenden können ihre Angelegenheiten
erledigen, ohne sich um Öffnungszeiten kümmern zu müssen.
Gute Online-Formulare sind vielfach leichter und komfortabler
auszufüllen. Fehlerhafte Eingaben oder Irrtümer können durch
Plausibilitätsprüfungen und hinterlegte Informationen
vermieden werden. In der Verwaltung schließlich entfällt der
Erfassungsaufwand und eine verbesserte Datenqualität vermeidet
zeit- und bisweilen auch kostenintensive Rückfragen. Darüber
hinaus ist es auch dem Image einer Hochschule durchaus förderlich,
den Studierenden zeitgemäße Online-Dienste anzubieten.
Der Beitrag stellt ein
Online-Angebot für Studierende vor, das zur Authentisierung der
Nutzerinnen und Nutzer auf Software-Zertifikate setzt. Diese Lösung
ist insbesondere für Hochschulen interessant, die sich Aufbau
und Betrieb einer eigenen Chipkarten-Infrastruktur nicht leisten
können oder wollen. Da keine Kartenleser benötigt werden, ist
es für die Studierenden zudem möglich, das Hochschulangebot
vom heimischen Internet-PC aus zu nutzen. Damit verbilligen sich
die von der Hochschule aufzubringenden
Infrastruktur-Aufwendungen nochmals ganz erheblich, da weniger
oder gar keine Selbstbedienungsterminals auf dem Campus
erforderlich sind.
Die vorgestellte Lösung ist das
Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen des Landes
Bremen, HIS und bremen online services (bos). Die Firma bos ist
seinerzeit gegründet worden, um den siegreichen Bremer Beitrag
zum Städtewettbewerb MEDIA@Komm des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Technologie umzusetzen. Dabei ging es auch darum,
Online-Dienste für Hochschulen zu entwickeln, die auf der
Verwendung elektronischer Signaturen beruhen. Diese Aktivitäten
sind auch auf der 5. Tagung der DFN-Nutzergruppe
Hochschulverwaltung im Februar 2001 in Kassel vorgestellt und
diskutiert worden. Eine Signatur für vielfältige Anwendungen
aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen - das war seinerzeit
die Vision. Inzwischen ist deutlich geworden, dass die
Verbreitung elektronischer Signaturen nicht wie seinerzeit
erhofft über die Kartensysteme der Kreditwirtschaft forciert
werden kann. Die von bos entwickelte Technik ermöglicht es,
Anwendungen mit unterschiedlichen Signatur- und
Sicherheitsniveaus zu versehen. Welche Signatur erforderlich
ist, bestimmt sich nach geltendem Recht und den Wünschen der
anbietenden Dienstleister. Für Hochschulen reichen Software-Lösungen
es in der Regel völlig aus. In der Terminologie des deutschen
Signaturgesetzes entspricht dies dem Niveau fortgeschrittener
elektronischer Signaturen.
Vom Ablauf her gestaltet sich das
neue Angebot wie folgt: Die Studierenden authentisieren sich mit
ihrem Software-Zertifikat gegenüber dem Fachverfahren der
Hochschulverwaltung. Der anschließende Dialog nutzt die von der
HIS für solche Selbstbedienungsangebote bereitgestellten
Funktionalitäten (HIS-QIS). Anschließend werden die Eingaben
als PDF visualisiert. Dieses Formular kann wie gewohnt
ausgedruckt und gespeichert werden. Die Anwendung endet mit dem
Signieren und Absenden des PDF an die Hochschulverwaltung, wo
die übermittelten Daten ohne weiteren Erfassungsaufwand ins
Fachverfahren einfließen können.
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