Urheberrecht und seine Auswirkungen für die Hochschul-IT

Dr. Wolf-Dieter Sepp, Universität Kassel


Das Urheberechtsgesetz (UrhG) von 1965 wurde erstmals 2003 an die neuen Möglichkeiten des World Wide Web (WWW) angepasst, insbesondere wurde das Verwertungsrecht der „öffentlichen Zugänglichmachung“ und die zugehörigen Schrankenbestimmungen geschaffen sowie Regelungen für das Digital Right Management eingeführt. Da man insbesondere im Bereich Bildung und Wissenschaft nicht umfassende und befriedigende Lösungen erreichte, wurde in einem zweiten Anlauf (sog. zweiter Korb) 2008 das UrhG novelliert. Auch diese heute gültige Fassung ist noch umstritten, ein dritter Korb ist in Vorbereitung.

Im Hochschulbereich wurden im gleichen Zeitraum vielfältige Nutzungsmöglichkeiten des WWW für Forschung, Lehre und Verwaltung entwickelt und auch eingesetzt, wie z.B. zur Literaturversorgung oder für E-Learning. Dies geschah oft ohne Kenntnis des Urheberrechts, insbesondere im Bereich Forschung und Lehre. Freies Kopieren und Weitergeben wissenschaftlicher Texte und Ideen waren selbsverständliche wissenschaftliche Praxis und wurden auf die Nutzung des Internets übertragen. Die neuen Schranken des UrhGs sind jedoch für digitale Inhalte sehr restriktiv, sodass nachträgliche Anpassungen notwendig wurden bzw. noch werden.

Im Vortrag werden diese Probleme aus der Sicht von Forschung und Lehre diskutiert. Zunächst wird ein Überblick über den Aufbau des UrhG gegeben. Anschließend werden die für die Hochschule wichtigsten Regelungen vorgestellt und ihre Auswirkungen auf Forschung und Lehre besprochen.