Campus Management als wichtiger Baustein von Qualitätsmanagement-Systemen

Jörg Skorupinski, Centrum für Hochschulentwicklung (CHE)

Die Situation an Deutschen Hochschulen ist derzeit oft noch die, dass die Entwicklung eines Qualitätsmanagement-Systems über längere Zeit unabhängig von den Überlegungen zur Einführung von Campus Management vorangetrieben wird und beide Projekte – wenn überhaupt – erst verhältnismäßig spät zusammengeführt werden. Auch erfahren beide Projekte unterschiedliche Aufmerksamkeit seitens der Hochschulleitungen. Während die Initiative zu Qualitätsmanagement typischerweise aus den Hochschulleitungen selbst heraus erfolgt, wird der Nutzen eines Campus Management Systems in der Regel zuallererst von IT-Fachleuten erkannt und demzufolge vornehmlich IT-lastig begründet. Aus dieser Konstellation erwachsen weitere Hemmnisse für einen positiven Fortgang in beiden Projekten. Es zeigt sich, dass ein überwiegend IT-getriebener Ansatz zur Einführung von Campus Management selten zielführend ist, da sich der relativ hohe Implementierungsaufwand ohne Darstellung der positiven Ausstrahlung von Campus Management auf die Kern- und Supportprozesse von Studium und Lehre gegenüber der Hochschulleitung kaum plausibilisieren lässt. Demgegenüber gestaltet sich die Implementierung eines Qualitätsmanagement-Systems ohne automatisierte Routinen des Campus Managements ungleich aufwändiger.

Dieser Beitrag reflektiert Campus Management als einen wichtigen Baustein von Qualitätsmanagement-Systemen und plädiert für eine frühzeitige Verzahnung beider Projekte.